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Franz Joseph Dölger-Institut

zur Erforschung der Spätantike

Call for papers: Jahrestagung des AK Patristik „Das antike Christentum und die politische Macht“ (29.3.-31.3.2019)

27.11.2018 bis 20.12.2018

Bonn

Bereits in den ersten drei Jahrhunderten interagieren Christinnen und Christen in vielfältiger Weise mit den vorgegebenen, politischen Gegebenheiten im Römischen Reich: Einerseits erfahren sie regional begrenzte bzw. reichsweite Verfolgung(en) und Pogrome, andererseits lässt sich ein kreativer Umgang mit zivilen Vorbildern erkennen, z.B. in der Anlehnung der sich herausbildenden Klerikerlaufbahn an den Cursus honorum.
Auch nach der sog. Konstantinischen Wende, in der Phase der sukzessiven Privilegierung des Christentums durch römische Autoritäten, bilden sich einerseits christliche Vereinnahmungstendenzen politischen Handelns heraus, etwa in der Reichstheologie des Eusebius von Caesarea, andererseits aber bemüht sich bspw. Ambrosius von Mailand um eine bewusste Abgrenzung der Kirche vom römischen Staat. Ein vorläufiger Höhepunkt in der Entwicklung der vielschichtigen Interaktion von Christentum und politischer Macht ist mit dem kaiserlichen Edikt Cunctos populos erreicht, mit dem Theodosius das Christentum zur Staatsreligion erhebt.
Ein besonderer Schwerpunkt der Tagung soll auf die institutions- und mentalitätsgeschichtlichen Aspekte der Genese und Etablierung des Christentums im Rahmen der vorgegebenen politischen Machtverhältnisse gelegt werden, um durch die verschiedenen Blickwinkel der beteiligten Disziplinen einen breitgefächerten Einblick in die reziproken Prozesse bzw. Transformationen von Antike und Christentum zu erhalten.
Die Bonner Tagung will Vorträge und gemeinsame Arbeit an den Texten verbinden und beidem in alter Tradition des Arbeitskreises genügend Zeit einräumen. Für einen Eröffnungsvortrag konnte bereits Prof. Dr. Christian Hornung, Ordinarius für Alte Kirchengeschichte und Patrologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn, gewonnen werden.
Referate zu Fragen von Interaktion(en) des antiken Christentums mit verschiedenen Ausformungen politischer Macht sollen am Samstag- und Sonntagvormittag als Grundlage und Hintergrund der gemeinsamen Arbeit dienen, während der Samstagnachmittag für eine Anzahl verschiedener Workshops reserviert ist.

Tagungsteilnehmer*innen sind eingeladen, Vorschläge zu Referaten bzw. Workshops bis zum 20. Dezember 2018 unter kontakt@ak-patristik.de einzureichen.

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